Ertüchtigung und Erweiterung der Kläranlage Kirchberg

Wappen Gemeinde Kröning

Nach der Zusammenlegung der beiden Kläranlagen Kirchberg und Jesendorf wurde nun in diesem Sommer begonnen, den zweiten Teil der Investitionen zur Zusammenführung der beiden Kläranlagen, umzusetzen.

 

Wie bereits früher berichtet, war es die wirtschaftlichste Variante, die beiden Kläranlagen zusammen zu legen. Da die Kläranlage im Ortsteil Kirchberg bereits seit den frühen neunziger Jahren in Betrieb ist, war hier eine umfangreiche Sanierung und natürlich auch eine Erweiterung auf künftig 1.650 Einwohner notwendig.

 

Diese Erweiterung ist nicht nur bautechnisch eine große Herausforderung, sondern vor allem auch finanziell. Gut 3 Millionen Euro wird die Gemeinde Kröning allein für diese Maßnahme investieren. 

 

Für den Rückbau der Kläranlage Jesendorf und den dortigen Ausbau der Pumpstation sind Investitionen von 1,35 Millionen Euro notwendig geworden, inklusive der Pumpleitung in Richtung Kirchberg.

 

Diesen Gesamtinvestitionskosten von rund 4,6 Millionen € stehen gerade in einmal rund 850.000 € an Zuwendungsmitteln gegenüber, die der Freistaat Bayern für diese Investitionen leistet.

 

Dies hat zur Folge, dass die offenen Kosten von rund 3,75 Millionen Euro auf die Anschlussnehmer umzulegen sind.

 

Nachdem die Bürgerinnen und Bürger gerade im Ortsteil Kirchberg bereits mehrfach zu Verbesserungsbeiträgen herangezogen wurden, hat sich der Gemeinderat der Gemeinde Kröning dazu entschlossen,  auf eine weitere Beitragsleistung zu verzichten. Dies heißt allerdings im Umkehrschluss, dass die offenen Investitionskosten dann auf die Gebührenschuldner umzulegen sein werden; betroffen sind hier alle Anschlussnehmer in den Ortsteilen, die bisher in den beiden getrennten Anlagen angeschlossen waren.

 

Aufgrund der hohen Kosten und der andererseits relativ geringen Schmutzfracht, die in der Kläranlage Kirchberg jährlich gereinigt werden muss (rund 43.000 m³), errechnet sich natürlich eine relativ hohe Entwässerungsgebühr zu Lasten der Gebührenschuldner.

 

Die Investitionskosten werden über so genannte kalkulatorische Kosten, nämlich Abschreibung und Verzinsung, über viele Jahre hinweg refinanziert.

 

Beschlossen wurde nun eine Grundgebühr je Anschluss in Höhe von 60 €/Jahr und zusätzlich eine Verbrauchsgebühr von 4,87 €/m³ Schmutzwasser/Jahr.

 

Ein durchschnittliches Wohnanwesen mit 3 Personen wird in etwa wie folgt belastet:

Verbrauchsgebühr 438,30 €
ca. 30 m³/Person/Jahr
x 3 Personen
= 90 m³ x 4,87  €/m³

+ Grundgebühr/Jahr 60,00 €

 Jährliche Gebühr 498,30 €

 

Die Alternative würde die Erhebung von Verbesserungsbeiträgen sein.

 

Die Investitionssumme von insgesamt rund 3,8 Mio. € müsste dann auf alle angeschlossenen Grundstücke verteilt werden, was einem durchschnittlichen Betrag von 9.600 Euro entsprechen würde.

 

Der Gemeinderat der Gemeinde Kröning hat in seiner Sitzung vom 23.11.2022 die entsprechenden neuen Satzungen mit Wirkung vom 01.01.2023 beraten und beschlossen.

 

Diese Satzungen sind auszugsweise in diesem Bürgerblatt´l abgedruckt und natürlich auf der Homepage der Verwaltungsgemeinschaft Gerzen unter Rathaus & Service im Ortsrecht der Gemeinde Kröning veröffentlicht.

 

https://www.gemeinde-kroening.de/Ortsrecht.n158.html

 

Dem Gemeinderat ist bewusst, dass die Erhöhung der Gebühren erheblich ist. Es gibt aber keine Alternative, da rechtlich gesehen sich die Kläranlage kostenmäßig tragen muss und eine Subvention durch den Gemeindehaushalt unzulässig ist. Die Gebührenerhöhung erschien - im Vergleich zu einem Verbesserungsbeitrag - die Variante, die die Bürger/innen weniger belastet. Dafür spricht auch der Umstand, dass man die Gebühr über den Wasserverbrauch beeinflussen kann; spart man Trinkwassser - spart man auch Abwassergebühren.

 

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